Kohlenwasserstoffe
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Kohlenwasserstoffe

Kohlenwasserstoffe


Kohlenwasserstoffe (vgl. Tab. 15) werden aufgrund der großen Anzahl möglicher Einzelstoffe zweckmäßigerweise als Summe mittels IR-Spektroskopie bestimmt (KW-IR). Wasser- und Eluatproben werden gemäß der DIN-Vorschrift durch Ausschütteln mit 1,1,2-Trichlortrifluorethan extrahiert. Die Bestimmungsgrenze der Methode liegt bei 0.1 mg/l.

Die Anreicherung aus Bodenproben erfolgt je nach Zielstoffgruppe durch Soxhlet-Extraktion (mittel- bis schwerflüchtige Kohlenwasserstoffe, z.B. Diesel, Heizöl E.L., Schmieröle) bzw. Schüttelextraktion (leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe, z.B. Vergaserkraftstoffe). An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, daß der Nachweis von Vergaserkraftstoff aus Bodenproben besonders problematisch ist: Die leichtflüchtigen Kohlenwasserstoffe gehen nach der Probenahme oft innerhalb weniger Stunden aus dem Boden in den Gasraum des Probengefäßes - in der Regel ein gasdichtes Schraubdeckelglas - über und verlieren sich beim Öffnen des Behältnisses. In solchen Fällen ist es sinnvoll, die Proben direkt bei der Entnahme in große Septumflaschen abzufüllen. Das Extraktionsmittel kann dann durch das Septum mit Hilfe einer Spritze zugegeben werden, ohne daß Substanzverluste auftreten. (Generell empfehlen wir zur Bewertung von Benzinschadensfällen die Abfüllung der Proben am Entnahmeort in Headspace-Gefäße und die anschließende Analyse auf den Gehalt an leichtflüchtigen aromatischen Kohlenwasserstoffen (BTEX)).

In der Vorschrift zur IR-spektrometrischen Bestimmung der Mineralölkohlenwasserstoffe ist eine säulenchromatographische Abtrennung der polaren Verbindungen aus dem Rohextrakt vorgesehen. In bestimmten Fällen, z.B. beim Vorliegen älterer Mineralölschäden, bei denen die primär vorliegenden aliphatischen Kohlenwasserstoffe schon teilweise oxidiert sind (Bildung von Carbonsäuren), kann es sinnvoll sein, den Gesamtkohlenwasserstoffgehalt zu bestimmen, indem auf die genannte Vorreinigung mittels Aluminiumoxid verzichtet wird (KW-IR ohne Al2O3). Weiterhin ist bekannt, daß durch die säulenchromatographische Trennung Verluste im Bereich der einkernigen Aromaten (BTEX) auftreten.


Parameter BG Wasser/Eluat (*) BG Feststoff (*) Technik
KW-IR 0.1 mg/l
1 mg/kg
IR-Spektrometrie
KW-IR o.Al2O3 0.1 mg/l
1 mg/kg
IR-Spektrometrie

(Tab. 15) (* BG — Bestimmungsgrenze)